Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

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Rolli
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Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Rolli » 12 Jul 2018, 19:47

Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?
Tyro
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 12 Jul 2018, 20:59

1.Teil

Grundsätzlich lässt sich auch eine Software wie Score mit Virtuellen PC Instrumenten nutzen.
Wie z.B. mit dem Steinberg Halion Sonic oder Halion, Edirol Hyper Canvas, Native Instruments Bandstand, Sound Canvas VA usw.

Seien Sie sich aber bewusst :
Um den PC für Virtuelle Instrumente nutzen zu können, brauchen Sie unter Umständen einige Erfahrung zum Thema Hard und Software.
Wie diese eingerichtet werden, Treiber, Latenzprobleme usw. usw.
Und dazu brauchen Sie unter Umständen einen Leistungsstarken PC.
Und dies ist unabhängig davon, womit Sie die Software Instrumente im PC nutzen.


An dieser Stelle weise ich auch darauf hin, das wir keinen Support hierzu leisten (können).
Denn je nach Hard und Software sowie Betriebssystem können Probleme sehr Vielseitig und Unterschiedlich sein.
Die Konstellation bei jedem einzelnen kann aus Hard und Software sehr Unterschiedlich sein, so das man unter Umständen nur evtl. Möglichkeiten oder Infos geben könnte.
Das ganze ist ein sehr großes und Umfangreiches Thema was schon mehr in den Audio-Bereich rein geht.


Für einen besseren Klang empfehle ich ein Audio-Interface mit ASIO Treiber.
Dazu müssen Sie nicht das Beste kaufen was es gerade gibt und oft sind auch ältere Version sehr oft völlig ausreichend sind.
So reicht auch heute evtl. eine gebrauchte M-Audio PCI Audiophile 2496 oder eine PCI ESI Juli aus, wenn Sie z.B. Midifiles abspielen lassen möchten.
Aber das nur als Info und aus meiner persönlichen Ansicht !


Software Instrumente gibt es als Standalone, was bedeutet, das diese Software eigenständig starten kann.
Im Grunde genauso als wenn Sie ein Schreibprogramm am PC starten.
In der Regel lassen sich Standalone Instrumente auch als VST nutzen.

VST-Instrumente benötigen eine VST HOST.
Und in dieser VST HOST lassen sich die VST Instrumente laden/verwenden.
VST-Instrumente lassen sich nicht Standalone verwenden.

Das ganze nur als vereinfachte Erklärung, da das genaue erklären um einiges Umfangreicher wäre.

Um das ganze im Forum etwas übersichtlicher zu gestalten, werde ich das ganze ich mehre Teile zeigen und evtl. nicht direkt alles an einem Tag beantworten können.
Tyro
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 12 Jul 2018, 21:02

2.Teil VST HOST

Als Beispiel können Sie die Kostenlose Software Savi Host verwenden.
Denn auch bei der Host Software gibt viele verschiedene Software Versionen und von Unterschiedlichen Anbietern.
Und von Kostenlos bis kostenpflichtig.

Bei der Software Savi Host müssen Sie schauen, welche Version Sie benötigen.
Es gibt dort die Version :
Savihostx86 für Windows 32bit Systeme und bis VST2 Instrumente
Savihostx64 für Windows 64bit Systeme und bis VST2 Instrumente

Savihost3x86 für Windows 32bit Systeme und bis VST3 Instrumente
Savihost3x64 für Windows 64bit Systeme und bis VST3 Instrumente

Verwenden Sie ein VST 32bit Instrument, sollten Sie auch eine SaviHost 32bitVersion auswählen, auch wenn Ihr PC vielleicht unter Windows 64bit läuft !

In einer VST HOST lassen sich auch mehrere VST Instrumente oder VSTi Effekt laden und zusammen verwenden.
Machen Sie das aber nur, wenn Sie sich nach einiger Zeit damit auskennen und Ihr PC Leistungsstark genug dafür ist !


Nach dem Download von Savi Host erhalten Sie eine Zip Datei, die Sie z.B. mit 7-Zip entpacken können.
In dem entpackten Ordner befinden sich ein paar Dateien wie history, license und savihost.

Ein VST Instrument ist im Grunde ein Plug In was eine .dll Datei ist.
Sie müssen darauf achten wo und in welchen Ordner das Plug In installiert wird.
Denn zum einfügen ind ie VST HOST müssen Sie wissen, wo diese zu finden ist.
Diese .dll Datei könnte man auch mit in den Ordner von Savi Host kopieren.


Mit der Maus klicke ich auf diese .dll Datei, halte diese fest und ziehe diese auf die savihost Datei.
Und schon öffnet sich die Oberfläche des Software Instruments.


Damit ein Klang zu hören ist, müssen Sie in Savi Host unter Devices – Wave die Soundkarte/Audio-Interface auswählen.

Da Sie nur den Klang aus den Lautsprechern benötigen, reicht hier die Angabe für den
Output-Port.

Sollten Zeitverzögerungen, „Aussetzer“ oder ähnliches beim Abspielen auftreten, was sogenannte Latenzprobleme wären, können Sie mit dem Buffer experimentieren, indem Sie die Einstellungen verändern.
Oder Sie können auch anstelle des ASIO z.B. den MME Treiber verwenden bzw. ausprobieren.
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 12 Jul 2018, 21:35

3.Teil MIDI-Verbindung

USB-MIDI Kabel
Eine Möglichkeit zu MIDI-Verbindung ist :
Verwenden Sie ein USB-MIDI Kabel und dazu einen MIDI-Adapter.
Der MIDI-Adapter ist im Grunde dazu gedacht, um MIDI-Kabel zu verlängern.
Hiermit können Sie aber auch den MIDI-IN und OUT Anschluss vom MIDI-USB-Kabel verbinden.

Im Score müssen Sie dann die USB-MIDI-Verbindung OUT wählen.
Denn Sie spielen in Score einen Song ab und wollen das Virtuelle Instrument ansteuern, damit dieser den Klang liefert.

Im Software Instrument (Standalone) oder in der VST Host müssen Sie dann die USB-MIDI-Verbindung IN wählen.
Denn die Daten aus Score soll diese Software ansteuern können !

Wer ein Audio Interface nutzt und dort auch MIDI-Verbindungen angebracht sind, kann auch diese Verbindung nutzen !

Ein USB-MIDI-Kabel liefert im Grunde die Treiber mit, die jedoch sehr Unterschiedlich Bezeichnungen haben können.
Bei der MIDI-Verbindung unter Score und der VST Host müssen dann diese Verbindung (Bezeichnungen) auswählen.


Virtuelle MIDI-Verbindung
Eine weitere Möglichkeit PC-Software mit MIDI zu verbinden, wäre eine Virtuelle-Verbindung.
Aber diese Verbindung ist oder kann etwas „kniffliger“ herzustellen sein, als wenn man am MIDI-
Interface MIDI-OUT und MIDI-IN mit einem Kabel verbindet.

Hierzu gibt es z.B. einige Kostenlose Software wie z.B. den loopMIDI, der auch unter Windows 10 64bit funktioniert.

loopMIDI
https://www.tobias-erichsen.de/software ... lmidi.html
http://www.tobias-erichsen.de/software/loopmidi.html


Nach dem Download installieren Sie die Software und starten diese über das Icon.
Darauf öffnet sich eine Oberfläche, die erst einmal leer ist.

Über das Plus-Zeichen unten links erstellen Sie einen MIDI-Port.
Das wäre im Grunde so ein Anschluss, als wenn Sie ein USB-MIDI Kabel am PC anschließen.
Nur das dies Virtuell im PC ist.
Sie können dort auch einen Port Namen unten rechts eintragen ….

Unter Savi Host wählen Sie die MIDI-Verbindung unter Devices – MIDI aus.

Da Sie später mit Score das VST Instrument über MIDI ansteuern wollen, wählen Sie dort unter Input Port die loopMIDI Verbindung aus.


In der Software Score müssen Sie nun auch eine neue Verbindung anlegen.
Hierzu betätigen Sie das Button Library, dann Gerät neu einfügen und wählen Gerät aus einer Datei laden aus.

Dort erhalten Sie eine Übersicht aller Instrumenten-Bänke (Devices-Dateien).
Und wählen dort z.B. die GM Devices-Datei aus und bestätigen das Button Öffnen.

Nun erscheint ein neues Fenster, wo Sie den MIDI Port auswählen.
Wählen Sie auch da wieder die loopMIDI Verbindung aus.


Je nach Virtuellen Instrument kann es sein, das Sie eine andere Devices Datei auswählen müssen oder zuvor eine Device Datei für Ihre Software erstellen müssen !
Dies ist Abhängig davon, was Ihre Software unterstützt !

Haben Sie ein Software Instrument, was kein GM, GM2, GS oder XG unterstützt, können so gut wie sicher davon ausgehen, das Sie eine eigene Devices Datei erstellen müssen.
Hierzu brauchen Sie dann aus der Anleitung des Software Instruments die Program Change und Bank Select Daten.

Savi Host muss nun mit dem Software-Instrument gestartet sein und die Virtuelle MIDI-Verbindung muss aktiv sein.

Wenn Sie nun Score starten, ein Midifile (Song) laden und auf das Play Button drücken, sollte das Software-Instrument angesteuert werden und den Klang liefern !
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 13 Jul 2018, 15:39

4. Teil

An dieser Stelle ein paar kleine Infos zum Verständnis - hoffe ich zumindest :D


MIDI-MAP (MPU-401)
Alternative für Windows Vista, 7, 8 und 10


Microsoft hat Zugriff auf die MIDI-Mapper in der Systemsteuerung seit Windows Vista entfernt.

War in den früheren Windows-Versionen kein MIDI-OUT Gerät angeschlossen oder installiert, hat
Windows standardmäßig den Microsoft GS Wavetable Synth Synthesizer zugeordnet.
Der Kern dieser 3MB gm.dls Datei verwendeten Klänge waren aus dem Hause Roland lizenziert.
Dies war ein 16bit GS-Sound-Set mit 226 Instrumenten und 9 Drum-Sets, wobei diese nicht von
hoher Qualität waren.

Das ganze lief über den MPU-401 Port, worüber dann quasi auch die serielle Schnittstelle am PC
als MIDI-Verbindung dienen konnte.
Da diese ganze Geschichte eine alte 16bit Variante war, hat Microsoft diese ab Windows Vista
einfach komplett gestrichen.
Und somit war ab diesen Zeitpunkt Windows im Grunde ohne MIDI !

Heute geht in Sachen MIDI vieles über USB, weshalb es erst einmal grundsätzlich kein Problem
darstellt.
Doch gibt es auch heute noch Versionen, gerade im Freeware-Bereich oder bei älteren Versionen,
die als Grundlage auf diese MIDI-MAP programmiert wurden.

Hierzu gibt es die Datei PLWMidiMap.cpl, die diese MIDI-MAP ab Windows Vista ersetzt und unter
diesen Namen an diversen Stellen im Internet kostenlos runter geladen werden kann.
Bis jetzt hat dies bei Versuchen ohne Probleme sehr gut geklappt und ich kann bis jetzt
nichts negatives berichten.


Buffergöße

Audio-Daten können nicht durchgehend von einem Computer verarbeitet werden.
Denn diese Daten müssen sich die zur Verfügung stehende Rechenzeit mit anderen Laufenden Prozessen teilen.
Daher müssen die Audio-Daten warten, bis andere Prozesse beendet sind.

Aus diesem Grunde stehen durch den Treiber des Audio-Interface, Buffer (Puffer/Speicher) zur Verfügung.
Der Buffer kann eine bestimmte Anzahl von Samples aufnehmen.
Im Buffer werden die Samples also zwischengespeichert und nach Bedarf weitergeleitet um so einen gleich bleibenden Datenstrom ohne Aussetzer zu ermöglichen.

Ist der Buffer groß, können mehr Samples gespeichert werden ohne das Samples nachgeladen werden müssen.
Dafür dauert es aber auch länger bis dieser Buffer mit Samples gefüllt wird.
Je größer das Buffer wird, um so mehr wird auch die Latenz zunehmen.
Ein kleinerer Buffer braucht weniger Zeit bis dieser mit Samples gefüllt wird, muss aber öfters und regelmäßig neue Samples nachladen.
Was wiederum höhere Rechner-Leistung erfodern wird.

Hier ist der Punkt wo experimentiert werden muss, um für sich selber die beste Buffergröße zu finden.
So, das das System noch leistungsfähig bleibt aber auch so, das so wenig wie möglich Aussetzer oder Knackser auftreten.
Grundsätzlich sollten Sie aber immer die Latenz auf den höchstmöglichen Wert einstellen, bei dem noch keine Verzögerungen wahrgenommen werden.

Beispiel:

Sind 256 Samples im Buffer eingestellt, so ergibt das eine Samplingrate von 44,1 kHz mit einer Latenz von
ca. 6 ms.

Stellt man den Wert auf 128 Samples im Buffer, so wird die Latenz theoretisch halbiert, doch wird der Computer auch stärker beansprucht.

Leider gibt es keine Werte die allgemein für jedes System zutreffen werden, so das jeder das für sein System selber „austüfteln“ muss.
Eine gute allgemeine Einstellung wäre aber z.B. 256 Samples im Buffer.
Sollte bei 512 Samples noch keine vernünftige Wiedergabe ohne Aussetzer möglich sein, so wäre das ein Zeichen, das Ihr Computer/Soundkarte den Anforderungen nicht gewachsen ist.
Was wiederum heißen würde:
Den PC aufrüsten oder ein anderer muss her ! - Leider !

Was ich noch kurz anmerken möchte :
Die Angaben zu den Buffergrößen in der der Software entspricht nicht immer den realen wirklichen Werten.
Verlassen Sie sich daher nicht immer auf die Werte die Sie sehen und einstellen.

Bei einigen Software-Instrumente die Samples nutzen, muss nicht unbedingt (nur) auf die CPU Stärke geachtet werden.
Oft wird dort (auch) der RAM für die Zwischenspeicherung genutzt.
Hier wäre ein 64bit System mit entsprechend genügend RAM wertvoller, als eine noch stärkere CPU.


Der ASIO Treiber

Einen wichtigen Punkt bei einem Audio-Interface ist der ASIO Treiber.
Audio-Stream Input/Output (ASIO) ist ein von Steinberg entwickeltes, Plattform übergreifendes, mehrkanalfähiges Audiotransfer-Protokoll.

Mittels ASIO wird es einer entsprechenden Software ermöglicht, auf die Multi-Channel-Fähigkeiten vieler (professioneller) Sound- und Recordingkarten zuzugreifen.
Hierbei wird bei der Entwicklung darauf geachtet das geringe Latenzen auftreten.
Auch soll die CPU des Computers nur gering ausgelastet werden.
ASIO soll für eine zuverlässige Synchronisierung sorgen.

In günstigen Konfigurationen kann die Latenz bis auf wenige Millisekunden reduziert werden.
Hervorragende Klangqualität und niedrigste Latenzen bis hinunter auf 2 ms sind möglich.
Um die ASIO-Funktionen voll nutzen zu können, muss auch die Hard und Software ASIO Treiber unterstützen.
ASIO ist für MacOS- und Windows Rechner verfügbar.

Ein Beispiel:
Die Latenz ist die Verzögerung die durch die Signalverarbeitung im Computer auftritt.
Wenn zum Beispiel das Signal eines Keyboards am Eingang der Soundkarte eingespeist wird, und es somit durch die Soundkarte in die Audio-Software geht (z.B. für die Berechnung eines Effektes) und dann wieder am Soundkarten-Ausgang ankommt ist Zeit vergangen.
Hier wird von einer Latenzzeit gesprochen.
Durch einen ASIO Treiber wird die Latenz-Zeit reduziert und erst bei einer guten Latenz wird dieses Problem quasi verringert, so das es nicht mehr hörbar wird.
Was aber nur eine Eigenschaft des ASIO Treibers ist.

OK, bei unserem Vorhaben wird nun kein Audio-Eingangsmaterial bearbeitet.
Doch die Sounds in einem PC Instrument müssen auch berechnet werden, da diese Effekte, Samples usw. verwenden.
Samples sind z.B. aber dennoch wieder Audio-Material ....
Und PlugIns sind oft Latenz-behaftet.
Tyro
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 13 Jul 2018, 15:49

Im Grunde habe ich hier nur eine relativ grobe Erklärung abgegeben.
Und sicherlich wird man nun erkennen, das Audio am heimischen PC umsetzbar, aber auch nicht ganz so einfach ist.
Und vieles von dem Beschriebenen hat nichts an sich mit Score zu tun.
Dies wäre auch bei jeder anderen Software so, auch wenn es eine DAW ist, wo sich VST und VSTi-PlugIns direkt einladen lassen.

Und hierbei wären nicht mal die ganzen MIDI-Möglichkeiten enthalten und was da an Problemen zusätzlich auftauchen könnten !

Wie ich sicherlich schon mal irgendwo an anderer Stelle erwähnt habe, wird sich daher aus meiner Sicht die MIDI-Schnittstelle noch lange bewähren.
Denn ein externer Expander, Keyboard oder Synthesizer usw. ist für mich immer noch die „einfachste“ Möglichkeit z.B. Midifiles abzuspielen.
„Einfach“ in Anführungszeichen, weil „Einfach“ relativ ist und auch da immer wieder Probleme auftauchen können.
Tyro
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Re: Lässt sich MC Score mit Software Instrumenten nutzen ?

Beitrag von Tyro » 15 Jul 2018, 10:11

Ein weiteres Problem was ich für mich persönlich bei Software-Instrumenten und und Midifiles sehe ist :
Es gibt kaum GM-Klangerzeuger als Software.
Und selbst wenn welche da sind, sollte man vorab gut nachschauen, wie geeignet diese sind.

Als Beispiel hat Roland den alten Sound Canvas als Software mit dem Sound Canvas VA heraus gebracht.
Aber auf der Homepage steht dann in der Beschreibung :
Der Sound Canvas VA ist nicht für das Abspielen von Standard MIDI Files (SMF) konzipiert. Abhängig von den Songdaten und der Verarbeitung im Sound Canvas VA kann es vorkommen, dass Parameter-Einstellungen wie z.B. Mix Balance, die Klangfarbe und das Timing unterschiedlich im Vergleich zu den originalen Hardware-Soundmodulen sind.

Es kann daher dann zu MIDI-Probleme führen, woran dann weder Score noch das Midifile Schuld hat ...
Die möglichen Fehlerursachen, bzw. die suche danach, können sich dann erheblich erhöhen.

Der Klang in der Software ist in der Regel digital und daher „sauberer“ als bei vielen Hardware Klangerzeugern.
Das muss nichts schlimmes bedeuten.
So kann es aber sein, das sich z.B. ein Hardware Sound Canvas sich anders anhört als die Software.

Bei älteren Versionen wie Native Instrument Bandstand oder Edirol Hyper Canvas sollte man schauen, auf welchen Betriebssystem diese laufen.
Es ist nicht Grundsätzlich so, das die auch noch unter Windows 8 oder 10 funktionieren !

Der Edirol Hyper Canvas war übrigens von der Firma Edirol, was zu Roland gehört.
Vom Klang her ähnlich den Roland JV Modellen ähnelt und dazu ein GM2 Klangerzeuger ist.

Viele Software Instrumente arbeiten mit Samples.
Auch ist es möglich einen Software Sampler mit Samples zu verwenden.
Je nach Qualität der Samples kann der Klang sehr gut und Realistisch werden.
Oft ist hier die Regel : Je besser das Sample wird, um so größer wird es.

Samples müssen aber geladen werden und haben daher Ladezeiten.
So kann es dann bei einem neuen Midifile oder bei einem Soundwechsel im Song zu „Aussetzern“ im Klang führen, wenn das Sample nicht schnell genug geladen wurde.

Was den Klang angeht, da enthalte ich mich an dieser Stelle.
Denn was „besser“ oder „schlechter“ ist, ist eine reine persönliche Geschmacksfrage !!!

Wer andere Software-Instrumente nutzen und sich dazu eine eigene Library-Device-Datei für Score erstellen will, sollte darauf achten :
Nicht jedes Software Instrument unterstützt Grundsätzlich Bank Select und Program Change Befehle.
Auch bei der Ansteuerung von Effekten via MIDI muss man da genau schauen ...

Nicht alles was man an MIDI-Befehlen umsetzen könnte, unterstützt auch jede Software.
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